Absturz in Slowenien und Feuer in Zagreb

Mahlzeit.

Ich war noch den zweiten Teil des Reiseberichts schuldig, was hiermit nachgeliefert wird. Wer den ersten Teil nicht kennt, wird hier fündig.

Nachdem die italienische Sonne genossen wurde, sollte es am Freitag mit Padova Calcio gegen Ancona weiter gehen. Leider hatte der italienische Verband da spontan andere Pläne und schob das Spiel auf Montag, den 24.4. Sehr ärgerlich, da Padova als Drittligist ein absurd großes Stadion hat, das ich mir gern mal unter Flutlicht angeschaut hätte. So musste spontan umgeplant werden und statt Padova hieß der Gastgeber nun Radomlje. Einen Tag früher in Slowenien als gedacht, wurde die malerische Hauptstadt Ljubljana abgecheckt. Osten halt, aber ein paar nette Sachen gibt es. Vorher sollte auf jeden Fall der Impfstatus bezüglich Tetanus geklärt sein.

Am Abend ging es in den Sportni Park Domzale, in dem der Verein aus Radomlje spielt, da ihr eigenes Stadion zu klein ist. IMG_9097

Ich möchte gar nicht wissen, was die in Radomlje für ein Stadion haben, denn die Hütte in Domzale bietet ebenfalls nur Platz für knapp 2.900 Leute. Auf Grund der geringen Kapazität bin ich extra etwas früher hin, da bei einem Erstligaspiel ein Stadion mit weniger als Dreitausend Plätzen doch als recht knapp erscheint. Machen wir es kurz, ich hätte noch 2.500 Freunde mitbringen können. Den Kick gegen Gorica wollten tatsächlich nur 150 Leute sehen. Selbst aus dem Wohnhaus nebenan verirrte sich niemand auf den Balkon um mal zu kiebitzen. Das Spiel war vom Niveau eher so im Bereich Kreisliga nach Betriebsfeier. Die Heimmannschaft rannte wie F-Jugendliche geschlossen dem Ball hinterher und es wurde deutlich, warum in 30 Spielen erst 11 Punkte zu Buche standen.

Samstag

Durch die unerwartete Reise nach Slowenien, dauerte der Trip zum Spiel am Samstag statt 4 Stunden nur knapp 1 1/2 Stunden. Durch die Ausreise aus dem Schengen Raum dauerte die Reise ne Stunde länger, weshalb es ohne den spontanen Wechsel wohl eher nicht mehr möglich gewesen wäre den Kracher zwischen Dinamo Zagreb und Hajduk Split zu sehen. Um 12 musste ich ne geschmeidige halbe Stunde anstehen, um mir mein Ticket zu sichern. Gegen 14:30 Uhr, also 30 Minuten vor Beginn, standen ca noch 1.500 Leute wegen Karten an. Bei zwei Schaltern mit Ausweiskontrolle wohl eher unwahrscheinlich, dass alle rechtzeitig da waren. Die Stadt Zagreb hat in etwa die Schönheit einer im glänzenden Sonnenlicht verschimmelnden Käsestulle. Ostblock pur, gepaart mit lächerlich modern wirken wollenden Hochhäusern. Dazu die ganze Stadt voll mit Grafittis des Heimvereins. Unter anderem einer „Dinamo über alles“ Sprüherei, die dann auch für diesen Kick die politische Ausgangslage festgelegt hätte.

Ich würde gern sagen, dass viele Dinge dort Klischees sind und es nicht nur Stiernacken dort gibt, die sich vorm Spiel mal im Park treffen und zu zehnt üben, wie man dem Gegner die Scheiße aus dem Leib prügelt. Nunja, wer sowas sehen möchte. Paar Stunden vorm Spiel durch den Park Maksimir. Ansonsten gute Pubs in Stadionnähe, die von den Bad Blue Boys bevölkert sind und man schlimmer beäugt wird als an der slowenisch-kroatischen Grenze. Das Stadion ist wirklich geil. Für viele der Ort des Beginns vom Balkankrieg, als beim Spiel zwischen Dinamo Zagreb und Roter Stern Belgrad vor knapp 17 Jahren alles aufeinander einschlug, was laufen konnte und am Ende der Spieler Boban einen serbischen Polizisten umgetreten hat. Für viele ein Held. Unweit des Stadions auch ein Denkmal für die im Krieg verstorbenen BBB.

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Stimmungstechnisch ganz großes Kino von beiden Seiten und als während der zweiten Hälfte erst die Gäste aus Split etwas Feuerwerk machten, anschließend ein paar Stühle anzündeten und die Heimfans mit einem Bengalo/Böller Hagel antworteten, wusste ich, dass dies wohl das geilste Spiel in Kroatien ist. Die Gäste haben 2-0 gewonnen, was unsern Damir Kreilach wohl gefreut hat, denn dadurch ist der Weg für seinen Ex Klub Rijeka frei zum Titel. Videos und Fotos gibt es bei Ultras-Tifo.

 

Nach dem Spiel ging es noch weiter Richtung Maribor, um mal wieder die bekannten Gesichter zu sehen. Fußball gab es auch. Erster gegen Zweiter, was nach 6 Sekunden entschieden war. Maribor war mit reichlich Vorsprung in der Tabelle gesegnet, so dass das Spiel komplett den Gästen aus Domzale überlassen wurde. Ja der Tabellenzweite spielt in dem Stadion von Freitag. Durch diesen Sieg ist Maribor mit 16 Punkten Vorsprung bei 6 Spielen, damit so gut wie Meister. Stimmungstechnisch ist es halt Slowenien, aber es gab immerhin zwei nett anzusehende pyrotechnische Einlagen, weshalb dieser Tag als rundum gelungen zu bezeichnen ist. Nach dem Spiel ging es in eine örtliche Bar, in der es leckeres Union Pivo gab und die Erinnerungen zurück blieben.

 

Sonntag

Ausgefallen wegen Samstag.

Montag

Mit Union in Stuttgart einen hervorragenden Auftritt hingelegt, auch wenn es auf dem Platz nicht ganz gereicht hat. Scheiß drauf. Mehr zu diesem Spiel habe ich hier geschrieben.

Dienstag

Das letzte Spiel einer echt genialen Tour war, wie der Beginn, ein Pokalspiel. Das Halbfinale zwischen Gladbach und Frankfurt. Spielerisch für mich völlig offen und endlich mal im Borussia Park vorbei geschaut, dazu Frankfurt, die ja doch durchaus immer mal für geniale Stimmung bekannt sind. Zu Beginn die Verwunderung, dass es quasi keinerlei Zaunfahnen im Heimbereich gab und wenn dann nur auf dem Kopf stehende. Schnell habe ich auch die Gründe erfahren und kann eigentlich immer noch nur mit dem Kopf schütteln, wie sowas passieren kann. Die Frankfurter dagegen gut drauf und natürlich auch mit allerlei Leuchtmittel ausgerüstet.

img_9930.jpgDas Spiel hingegen war so ansehnlich und spektakulär wie meine Schnürsenkel. Ganz zähe Kost, die die Eintracht in der Verlängerung durch schauspielerische Darbietungen bis zur Kotzgrenze ausreizte. Schon dafür wäre ein plötzliches 2-1 für Gladbach gerecht gewesen. Nunja es kam alles anders und die Eintracht fährt nach Berlin. Der Einzige der es jedoch wirklich verdient hatte nach Berlin zu fahren war ich, wo ich Mittwoch nach 4.705 Kilometern in den zwei Wochen und 7 Ländern auch wieder landete und auf viele geile Spiele, tolle Städte und tolle Erlebnisse zurück blicken kann.

 

Adios

Campi

Noch 4 Spiele zum Genießen. 

Nabend Unioner. 

Spiel verloren, aber Erkenntnisse gewonnen. Zum ganz großen Wurf reicht es dieses Jahr wohl nicht. Klar verdient verloren, aber was solls. Davon geht die Welt nicht unter. 

Doch zuerst ein paar Worte zu Stuttgart. Was ist das bitte für eine Möchtegernstadt, die extra ihre komplette City umbuddelt, um da irgendwas mit nem Bahnhof zu machen, was niemand braucht und dadurch ihre ländliche Idylle künstlich auf Metropole pushen will? Ich mein für 10 Kilometer Anreise knapp 50 Minuten ist selbst in Berlin ne Seltenheit. Und wir sind immerhin Hauptstadt! Aber wir kennen diese Typen in ihren Birkenstocktretern ja ausm Prenzelberg. Da versteckt gelegentlich das B am Auto die Herkunft oder man ist eh zu Fuß unterwegs. Hier fahren diese Typen Auto. Bzw rollen in ihnen durch die Gassen. Habe selten eine Stadt erlebt, die konsequent 10 km/h unter Limit fährt. Aber gut. Anderer Menschenschlag. Wir haben ja da unser eigenes Versuchsbiotop und da setzt man als Berliner ja auch keinen Fuß rein. Ich hätte es also wissen müssen.

So zurück zum Spiel. Im Vorfeld habe ich bei den lieben Freunden von textilvergehen etwas von „gewinnen oder Klassenerhalt“ gelesen. Ich denke dieses Mantra war allgegenwärtig. Im Block war dieses angespannte, „boah wenn wir heut gewinnen, dann..“ deutlich zu spüren. Deshalb auch von uns ein eher verhaltener Auftritt auf den Rängen. Aber als der Drops dann gelutscht war, ging die Post ab. 

Zumindest bei uns. Die Stuttgarter zeigten alle Facetten, warum uns diese erste Liga eigentlich wirklich mal kreuzweise kann. So um Minute 87 wurde schon zum geparkten Benz gehuscht, damit es rechtzeitig ins Bettchen geht. Sowas geht mir nicht in den Schädel. Zum anderen war da dieses unsägliche Fanmeilen Ding namens Laola, was soviel mit guter Stimmung gemein hat, wie Claudia Roth und ein Playboyshooting. Das macht man einfach nicht. Genauso dieses Finger Gezeige Richtung Gästeblock, bei einem Tor. Wie kann man bei nem eigenen Tor zuerst an den Gegner denken? Da muss doch als Kind das ein oder andere Mal n Pfeiler im Weg gestanden haben. 

Wir hingegen haben uns wohl mental von der ersten Liga verabschiedet, auch wenn noch alles… ach das ist Gelaber, das uns unnötig lähmt. Genießen wir die letzten 4 Spiele unserer Jungs, schenken ihnen genausoviel Achtung und Respekt, ja fast schon Liebe, wie heute in Stuttgart, als wir die Jungs im leeren Stadion (knapp 30 Minuten nach Abpfiff) nochmal auf den Rasen gelockt haben und bringen diese fantastische Saison würdevoll zu Ende. Ohne rechnen ohne sonstwas, einfach im Wissen, dass wir ein überragendes Jahr hinter uns haben und das nächste genauso geil wird. Denn da stehen keine großen Favoriten im Vorfeld fest. 

In diesem Sinne, Eisen 

Campi. 

Prag, Illertissen, Milano.

Tachchen liebe Leute. Hier aus Gründen mal wieder ein Tagebuch.Einige scheinen es schon zu vermissen. Na gut, bitteschön.

Das Ziel war das Mailand Derby oder Derby della Chinese, wie die Italiener es nach der Übernahme des AC durch ein paar Chinesen nannten. Wochenlang geplant, wie man am Besten runter kommt, ging man doch von einer italienischen Prime Time von 20:30 aufm Samstag Abend aus. Da Inter jedoch schon länger chinesisch ist, wurde das Derby natürlich auf die Prime Time gelegt. In China, die Besitzer wollen ja ihr Spielzeug sehen. Für Italien heißt das 12:30 Samstagmittag. Schöne Kacke.

Da Mailand auch nicht um die Ecke ist und ich vorm Spiel keine große Lust hatte zu fahren, ging es Mittwoch los. Wo? Natürlich in Prag. Ganz klar. Fast der direkte Weg.

Dort stand das Pokalviertelfinale zwischen Slavia und MFK Karvina an. Im Vorfeld wurden die Tickets für satte 100 Kronen rausgehauen, wodurch ich lieber mal vorher ne Karte gekauft hab… Sicher ist ja sicher. Durch die Entkopplung der Krone vom Euro und dem Maximalwert von 27 Kronen pro Euro oder so, keine Ahnung bin kein Finanzmensch, jedenfalls steht die Krone echt besser da und die 100 Kronen waren fast 4,60 €. Das Bier lag auch bei knapp 1,40€.. Fast schon unverschämte Preise. Das Spiel war typisch tschechisch. Trotz der 100 Kronen, waren keine 5000 Leute am Mittwochabend im Eden. Slavia gewann 5-2 und die chinesischen Besitzer (ja auch hier) können wohl nem Double entgegen fiebern. Höhepunkt des Spiels ganz klar, als die Slavia Fans ne Stoffbahn durch den Block spannten und spontan ne Rutsche draus machten. Großes Kino.

Tag 2 führte nach Illertissen. Ihr wisst schon, der Trommler und so. Ja den gibt es wohl nicht mehr. Wusste dort keiner. Jedenfalls keiner da, also Scheiß Stadion, mauer Fußball, Zehn Euro. Regionalliga Bayern halt. Mehr Worte sollen über das 3-0 gegen Bayreuth vor 300 Zuschauern auch nicht fallen.

Der Karfreitag gestaltet sich als sehr religiös, weshalb nichts zu finden war und der Ball ruhen musste. Aber am Lago di Lugano, konnte man das, durch Stau und der Umleitung über nen Alpenpass aus dem Jahre 1879, durchaus müde Körperchen an der Promenade parken und ganz entspannt abpimmeln. War auch mal schön.

Samstag. Ab aus dem malerischen Melide nach Mailand. Die knapp 40 minütige Fahrt dauerte auch fast nur 2 Stunden (Scheiß Ostern :D), aber vom Hotel war es, durch die Fahrweise meines Taxifahrers, doch nur etwa ein Drittel der geplanten Zeit, weshalb alles in Lot war. Wer mal nach Mailand möchte, sollte unbedingt in den dritten Rang. Da lernt man die malerischen Türme des Guiseppe Meazza einfach am Besten kennen. Die knapp 20 Runden hinauf in den Block verbinden einfach. Oben angekommen ist es jedoch alles vergessen. Links Inter, rechts in der Mitte Milan, gegenüber nur zwei Ränge und in der Ferne der Blick auf den Dom von Mailand. Schon imposant.

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Untypisch für meine Verhältnisse war ich zwanzig! Minuten vor Anpfiff an meinem Platz. Die Stimmung da schon großartig.. Sollte Milan mal singen, ging das in einem Pfeifkonzert unter. Fand ich laut. Als jedoch die Aufstellung der Milan Spieler kam… Da wurde auch gepfiffen und hey, wir kennen ja dieses „boah, ich hasse dich“ pfeifen. Klingt böse, schüchtert ein, schafft Respekt. Dies hier war aber eher ein „Solltest du Penner heute ein Tor schießen, weide ich dich vor deiner Familie aus“ Pfeifen aus knapp 60.000 Kehlen, das mich schwerstens beeindruckte.

Choreos gab es auch, schön anzusehen der Rauch bei Inter. Hier empfehle ich die Seite Ultras-tifo, die da garantiert eine schöne Sammlung anzubieten hat. Da dort jedoch die Rauchshow von Milan fehlt, gibt es diese hier.

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Spielerisch wusste das Spiel auch zu gefallen. So machte Milan Dampf ohne Ende, traf aber das Tor nicht und lag zur Pause 0-2 hinten. Die Torjubel waren einfach episch und ich glaube da sind einige Hosen nass geworden. Ob vor Angst oder Freude mag ich hier nicht entscheiden. Zweite Halbzeit anderes Bild. Mein nervöser Inter Nachbar Francesco wurde sich langsam sicher und ich mir auch. Bis zur 83. Minute, als plötzlich der rote Block jubelte und es 1-2 stand. Sofort schoss mir Union in Düsseldorf in den Kopf, was ich meinem Nachbarn mitteilte. Er wurde ne Spur blasser und ich sagte, dass schon nichts passiert. Als Milan nach der Mutter aller Zeitspiele durch Inter (Es wurde ein vielversprechender Angriff sowas von lustlos über die Kiste gehauen, einfach um den Ball wegzuhaben), glich Milan in der 97. Minute aus. Schock auf der einen, Ejakulation auf der anderen Seite. Francesco wusste nicht, ob er mich töten sollte oder den Milan Fan neben ihm. Er war einfach katatonisch. Wohl die richtige Entscheidung. Nach Abpfiff schlichen die Nerazurri in Trance aus dem Stadion und die Rossonieri feierten den gefühlten Sieg. Unglaubliches Ding.

Sonntag wieder heiliger Feiertag und ich hab mal Mailand begutachtet. Ganz schön schick anzusehen, aber die Hälfte der Gebäude würde hier wohl vom Bauamt wegen Mängeln abgerissen werden. Ich suchte mir unterdessen nen Laden, der Union überträgt, aber 80% der Kneipen hatte entweder gar nicht oder später auf (Scheiß Ostern). Am Ende wurde es ein Laden an den Kanälen, mit geilem Essen und WLAN, bei dem ich Sport1.fm lauschen konnte. Kurz vor Schluss und als die Hoffnung schon in den letzten Atemzügen lag, musste ich mal spontan meinen knapp 1,90 großen von Zeh bis Haupt (auf dem Oberschenkel einen Mega gruseligen Ozzy Osbourne tragenden) zutätowierten Schweden umknuddeln. Nach kurzer Verwirrung klärte ich das Geschehene auf, gab ein Bier aus und das 3-1 feierten wir zusammen.

Montag ging es weiter und endlich mal zwei Spiele auf dem Plan. Zunächst Hellas Verona gegen AS Cittadella, was ein Topspiel der Serie B zu werden versprach. Die Kulisse von knapp 13.000 klingt schon geil, aber im WM Stadion Marc’Antonio Bentegodi verlor sich die Menge doch schon sehr. Die Stadt empfängt den Besucher mit Hakenkreuzgrafittis der Curva Sud von Hellas und im Stadion sieht es ähnlich aus. Außerdem hing in bestern Lage eine Kaiserslautern Fahne, zu denen besteht da wohl ne Freundschaft. Stimmung war akzeptabel, das Publikum schon nach 8 Minuten total angepisst von ihrer Mannschaft, die aber am Ende doch irgendwie 2-0 gewann und Tabellenplatz zwei eroberte.

Außerhalb des Stadions prangten übrigens noch die WM Banner. Also von 90. Die Firma, die die damals angebracht hat und für die Abnahme zuständig ist, ist wohl auch für die Klos zuständig. In den Schüsseln findet man sicher noch die DNA von Thomas Berthold, der da Mitte der Neunziger mal gekickt hat.

Am Abend ging es zum AC Reggiana, der auch schon mal erstklassig kickte. Heute möchte man als Fünfter der Lega Pro Gerone B (dritte Liga Gruppe B) eher die Playoffs erreichen. Dazu erforderlich ein Heimsieg gegen den AS Gubbio, der das selbe Ziel hat und nur zwei Punkte hinter Reggiana lauert. Das MAPEI Stadium – Citta del Tricolore ist irgendwie geil. Teilweise unüberdacht, eine Mischung zwischen Lost Place und Edeltempel. Die Sitze beispielsweise glitzerten bunt im Flutlicht, die Stadiontore allerdings haben die Römer hier vergessen. Die Gäste aus Gubbio mit der Unterstützung von 0 Gästefans spielten klassisch italienisch in einem 5-3-2 System ohne Stürmer und 3 Sechsern. Klar was sie wollten. Nach der Führung wurde das ganze etwas defensiver. Zum Glück erfolgte der prompte Ausgleich, aber mehr war nicht. Der Beton hielt. Stimmung war sehr okay, wobei es zwei Stimmungsblöcke gibt, was eher fürn Arsch ist. Zumal beide permanent unterschiedlich singen. Aber die Kulisse von knapp 6.000 Zuschauern ist weit mehr als bei einem Pokalviertelfinale in Tschechien.

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Nun ist erstmal bis Freitag Fußballpause und es warten Verona, Modena, Venedig und Padua auf Erkundung. Sollte was zu finden sein.

Ciao

Campi

 

P.S. Hab gehört, die gibt es bei euch grad nicht so. Also mal etwas Sonne für euch.

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Für eine handvoll Spiele

Grüße liebe Leser. 

Zuerst. Ich war nicht im Stadion. Schande über mein Haupt, aber so konnte ich mal wieder erleben, dass Fußball am Radio irgendwie zum Kotzen, aber irgendwie auch großartig ist. Aber das ist wohl eine Ergebnisfrage. 

Mangels geeigneter Pinten in Mailand, (das gestrige Derby hier war der Knaller!), die zweite Bundesliga übertragen, also gegen Anpfiff eine Lokalität mit WLAN gesucht, hätte man auch im Hotel haben können, aber die haben hier wohl erst kürzlich die Modems abgeschafft. Egal. Wurden den Kollegen von SPORT1.fm die Werbeeuronen in den Rachen geworfen. 

Zum Spiel kann ich daher nicht viel sagen, wohl aber über die Schiris, die auch laut Radio eine Leistung an den Tag legten, die wohl auch Ray Charles gebracht hätte. Aber zum Glück müssen wir uns darüber nicht aufregen, denn als die 3 Punkte soweit weg schienen, wie ne Versöhnung bei Sarah und Pietro (wie gehts eigentlich Allesio?), haben wir endlich wieder das Glück rausgefordert, dass uns hoffentlich bis zum 21.5. hold bleibt. Glaub der Schwede neben mir denkt immer noch, dass ich nen Knall hab. Aber so ein Tor feiert sich halt in Gemeinschaft besser. Nach Aufklärung und nem Bierchen fieberten er und seine Jungs dann auch mit. 3-1 = große Deutsch-schwedische Party in Italien. 

15 Punkte übrig. Alles in der eigenen Hand. Gab schon beschissenere Ostern. 

Sonnige 25 Grad Grüße 

Campi

Nur noch 6…. oder 8? 

Mahlzeit. 

Ach ist das eine Scheiße. Da führst du fast das gesamte Spiel und nimmst nur einen Punkt mit. Was auch die Gesamtausbeute der englischen Woche ist, in der man soviel gewinnen oder verlieren kann. Nicht schwer zu erraten, auf welcher Seite wir stehen. 

Da die Konkurrenz aber auch munter weiter Punkte liegen lässt, ist das Schneckenrennen weiterhin extremst spannend und vor Mai noch lange nicht entschieden. Wahrscheinlich steigt Fürth sogar noch auf, so souverän spielen die vier da vorne. Gemeinsam mit Dresden. 

Ansonsten fehlen auch mir heute die lustigen Wortspiele, zu bitter war dieser Last Minute Ausgleich, vom Gefühl her als wenn dir in der Kantine son blöder Wichser das letzte Schnitzel vor der Nase wegfrisst. Aber auch diese gesamte Woche war einfach mal wieder Union wie wir es kennen und lieben,  es hat uns wohl alle wieder geerdet. Aber am Beschissensten fühlt sich wohl unser Doppeltorschütze in dieser Woche. Kopf hoch Damir, ab nächste Woche wird wieder in die richtige Kiste geballert. 

Positiv ist aus dieser Woche mitzunehmen, dass wir zwei absolute Granaten im Tor haben. Busk durfte sich ja nun lange bewähren, aber was Mesi da so alles rausholt als ursprüngliche Nummer 2 ist aller erste Sahne. Da fehlen zurecht die Argumente ihn wieder auf die Bank zu setzen und so bleibt er wohl bis zum Ende der Saison im Kasten. 

Hilft nüscht nach hinten zu gucken und über fehlende Punkte zu jammern (immerhin hat Bibiana uns heut nicht wieder einen reingehauen) 18 Punkte sind noch zu holen und 69 sollten für Liga 1 reichen und wenn nicht reichen 51 locker für Liga 2. Da würden Bochum, Pauli, Lautern und wie die ganzen anderen ehemaligen Erstligisten heißen, grad ihre Seele für verkaufen. 

Eisern

Campi 

Nur noch 7. 

Nabend Leute. 

Das war mal wieder eines der beschissenen Spiele gegen Aue. Ähnlich wie die Plastikhupen von Micaela Schäfer, schon tausendmal gesehen und es wird einfach nicht besser oder ansprechend. Aue steht hinten drin und wir bemühen uns. Mal klappt es, mal nicht. Heute eher weniger. Das Spiel wirkte sehr fahrig und fehlerhaft, was die Niederlage verdient erscheinen lässt. 

Das Positive daran ist, dass die Konkurrenz auch strauchelt. Stuttgart konnte erst in der Stuttgartzeit (ehemals Nachspielzeit) einen Punkt entführen, Braunschweig auch und einzig Hannover nimmt alles mit und grüßt von oben. Aber immer noch alles eng und offen bis zum letzten Spieltag und der Traum lebt. 

Die Jungs bekommen nach der neuerlichen Pleite hoffentlich wieder mal etwas Lockerheit und fühlen sich in der Rolle des Jägers besser. Vergesst nicht Männer, für uns ist das Zugabe, der Rest da oben muss aufsteigen. Wir spielen die Saison wie Rainer Callmund ein Buffet. Alles kann, nichts muss! 

Bleibt anschließend der Dank an die DFL für diesen bezaubernden Anstoß um 17:30. In Käffern, wie Sandhausen, ohne Zuschauer kein Problem oder in Städten ohne Berufsverkehr, wie Dresden. Aber 17:30 in Berlin ist ein Verkehrschaos apokalyptischen Ausmaßes. Während ich so im Stop and Go zum Stadion rollte, kamen mit seltsame Gedanken. Über Römer und was diese wohl mit den Verantwortlichen der RGL (Römische Gladiatoren Liga) gemacht hätten, nachdem diese ihnen einen Kampftag auf den Nachmittag gelegt hätten und die Händler mit ihren Eseln alle Zugänge zur Arena verstopfen. Ich denke die Verantwortlichen wären öffentlich gevierteilt worden, aber Gesellschaften entwickeln sich halt weiter. Muss nicht immer gut sein. 

Aber wir schweifen ab. Jungs werdet wieder locker, dann klappt das in Düsseldorf. Es ist noch alles möglich und wir träumen weiter. 

Eisern

Campi 

Noch 8.

Guten Abend Leute. 

Verloren in Hannover, kann passieren. Wäre ja auch langweilig gewesen alles zu gewinnen. So haben wir nun eine Konstellation, die enger ist als die Buchse von Calli Calmund. Aber das Entscheidende daran.. Wir sind mittendrin! Wer hätte denn darauf gesetzt, dass zwischen Hannover und Union am 26. Spieltag der Tabellenführer aufdribbelt? Ok vielleicht ein paar wenige, aber ob die auch Union auf dem Zettel gehabt hätten? Zwischen Radkappe und Relegation (was macht eigentlich Hamburg?) liegen nur zwei beschissene Tore. Wahnsinn. 

Was gibt es sonst zu sagen zu unserem Ausflug in die Landeshauptstadt Niedersachsens? Erstens konnte ich durch eine Anreise am Freitagnachmittag feststellen, dass dort wohl der Begriff Langeweile im Stadtwappen steht. Zumindest war ich froh eine PlayStation im Gepäck zu haben, nachdem ich von Google ausgelacht wurde, als ich örtliche Sehenswürdigkeiten ausfindig machen wollte. Einen Vorteil hat diese natürliche Grauheit allerdings. Aus produkt- und markenschädlichen Gründen würde ein bestimmtes österreichisches Unternehmen, im Leben nicht darauf kommen dieses lethargische Nest zu sponsern.

Zweitens. Das Stadion ist echt gut anzusehen und gefiel mir persönlich  sehr gut. Nur vielleicht etwas zu groß und weitläufig. Im zunehmenden Alter erkannte man dann doch eher recht wenig. Schön dagegen, dass das schütter werdende Haupt eines unserer Verteidiger in der Frühlingssonne funkelte, wie ein schneebedeckter Alpengipfel und ich so zumindest immer wusste, wo sich der Leistner so rumtreibt. 

Drittens war das stimmungstechnisch wieder ne Ansage und hat Spaß gemacht, auch wenn unsere Vorsänger gelegentlich unter der großen Distanz zu leiden schienen, die zwischen ihnen war. Aber trotzdem großartiger Job. Hannover dagegen im Einklang mit ihrer Stadt. 

Zur Konkurrenz ist zu sagen, dass die auch alle nur mit Wasser kochen und irgendwann muss ja auch mal der Braunschweiger Schiri Dusel (spontan fallen mir da Vorfälle in den Spielen gegen Lautern und Düsseldorf ein, die denen mindestens vier Punkte gesichert haben, ein) aufhören und die verabschieden sich Richtung Dresden. 

Aber gucken wir auf uns. Spielen unser Spiel, das auch in Hannover bis zum Gegentor gut aussah und stellen den Zähler am Mittwoch gegen Aue auf 53! 

Immer weiter und alles auf rot! 

Campi.